Greifbare Spielfreude
Trompeten Consort Friedemann Immer holte sein Barockkonzert in Honrath nach
Lohmar. In Nord-, Süd- und Mitteldeutschland liegt kein Stein mehr auf dem anderen. Menschen leben in Schutt, Asche, Armut und Elend. Und wen der 30-jährige Krieg nicht dahingerafft hat, kann nur mit Glück der Pest entrinnen. Ein religiös, machtpolitisch und emotional extrem aufgeladener Krieg liegt hinter den Menschen und liefert den Nährboden für die Musik, die in der evangelischen Kirche Honrath in das Zeitalter der Barockmusik entführte. Pandemie-bedingt hatte das Konzert im vergangenen Jahr ausfallen müssen. Dass der Förderkreis für Musik in Honrath das renommierte Trompeten Consort Friedemann Immer nun begrüßen durfte, passte umso besser: vor dem Hintergrund des aktuellen, explosiven Krisen-Mix unterstreicht der festliche Musikstil die Sehnsucht nach sorgenfreier Heiterkeit.
Zwei Trompeten plus eine Orgel – Antonio Vivaldis Konzertin C-Dur strahlte Optimismus auch in schwierigen Zeiten aus. Friedemann Immer und Pedro Henrique Souza Rosa brillierten, schufen mit Trompete und Barocktrompete ein erhebendes Klangbild. Werke zwischen 1678 und 1795 zogen in ihren Bann, jene von den Stars des Barock, von Johann Sebastian Bach über Antonio Rossetti, Friedrich Händel und Johann Christoph Friedrich Bach verschmolzen zu einem akustischen Gesamtkunstwerk in der Kirche, die ob ihrer hervorragenden Akustik längst schon zu einem gern angesteuerten Ziel international renommierter Ensembles geraten ist.
„Nein, es sind keine Lautsprecher drin.“ Pragmatisch zeigte sich Christoph Anselm Noll, öffnete kurzerhand die Holzverkleidung seiner Orgel. Staunend blickten die Gästeder Honrather Konzerte auf eng beieinander stehende Holzpfeifen und lieBen sich auch auf diese Weise von der Begeisterung für das Instrument anstecken.
Zuhörer erkannten Volkslied
Mit Händen greifbar ist die Freude, die der Künstler beim Spiel an der Orgel offensichtlich empfindet. Heiter, eindringlich, hingebungsvoll und auch appellierend gipfelte das Spiel mit den Tasten in Variationen des französischen Volksliedes „Ah, vous dirai-je, maman“ aus dem 18. Jahrhundert. Viele im Publikum erfreuten sich hörbar an der Melodie, die zu „ Morgen kommt der Weihnachtsmann“ gehört.
Der ehemalige Kirchenmusiker konzertiert in Deutschland, Europa und Ubersee mit international besetzten Ensembles sowie als Orgel- und Cembalo-Solist.
Ausdrucksstark komplettierte Joachim Höchbauer den fulminanten Abend. Die sonore Bassstimme wetteiferte mit den Soloinstrument und umschrieb den typischen Stil des mit- und gegeneinander Musizierens.
Rhein–Sieg–Anzeiger, 30. Dezember 2022
Dezember 2022
Oktober 2022
September 2022
Quinteto Ángel – Zwischen Tristesse und Verwegenheit
„Vier Könner, jeder hochvirtuos am Instrument, haben hör- und spürbar die Intentionen Piazzollas und seiner Weggefährten aufgesogen und die Botschaften des Tangos verinnerlicht. Und sie lebten die Gegensätze von grauester Melancholie und glühender Leidenschaft, von Liebe und Hass, von Zartheit und Härte aus. So wie diese ausgangs des 19. Jahrhunderts das Leben im Schmelztiegel Buenos Aires zwischen Abenteurern, Verlorenen, Hoffenden und Hoffnungslosen aus aller Herren Länder prägten. Ihre Musiken, etwa italienische, kreolische, jüdische, böhmische, fanden den Weg zum entstehenden Tango, Klezmer, Mazurka, Walzer, Habanera ebenso.
So gab es Farbenglühendes mit scharfen Kontrasten, unglaublichen Wendungen, aber auch geschmeidigen Übergängen. Sie war handgemacht, die Zeitreise vom anfänglichen zum modernen Tango. Und jeder trug haufenweise Glanzpunkte zu den gefeierten 18 Stücken bei. Wie Geiger Bernhard von der Gabelentz mit zart singendem Strich oder verwegenen Tänzen auf der E-Saite, etwa in Piazzollas „Melancólico Buenos Aires“, ein Musterbeispiel für die vielen Wechselspiele zwischen Tristesse und Verwegenheit.“
Rhein–Sieg–Rundschau, 27. April 2022
Alliage Saxofonquintett
„Für das renommierte Alliage – Quintett … war es nach der Pandemie – Zwangspause der erste Auftritt. Die offensichtliche Freude darüber weckte größte Spielfreude in den 4 Holzbläsern und der Pianistin Jang Eun Bae. Sehr zum Vergnügen des (zwangsläufig) ausgedünnten Publikums, das Zeuge virtuoser Spielkunst und höchstem technischen Vermögens wurde und dem Erleichterung anzusehen war, dass es wieder los geht mit Konzerten.
Der begeisterte Applaus als Dankeschön für vollendete Musik mit herrlichen Melodien wie dem warmherzigen „Somewhere“ und „Maria“, denen Simon Hanrath und Miguel Valles mit Tenor-, respektive Altsaxofon Schmelz einhauchten. Im Mittelpunkt stand aber Mendelssohns „Ein Sommernachtstraum“ mit den mimischen Intermezzi des Schauspielers Markus Fennert als i – Tüpfelchen. Korrespondierend zur Musik spielte er in mehreren kleinen Episoden die in Shakespeares Sommernachtstraum eingebettete Sage von „Pyramus und Thisbe“.“
Kölner Stadtanzeiger / Redaktion Rhein – Sieg, 12.09.2020
AMA DEUS Kammerchor und Ensemble
„Das Konzert am zweiten Weihnachtstag in der evangelischen Kirche in Honrath war sicherlich ein Höhepunkt der musikalischen Veranstaltungen dieses Jahres in dem Gotteshaus. Werke von Händel, Bach und Vivaldi hatten Timm de Jong und Barbara Felicitas Marin, die auch selber als Solisten auftraten, gefühlvoll zusammengestellt. Der AMa DEUS Projektchor bildete den Rahmen, ein Kammerensemble setzte weitere Höhepunkte. Das Fazit des Abends: Es war ein wirklich herausragender Auftritt. Standing Ovations am Ende des Konzertes bestätigten dies.“
Kölner Stadt – Anzeiger, 28. Dezember 2019
Trio Benares
„Die Eigenheiten der traditionellen indischen Musik wirkten dann mit einem Mal gar nicht mehr exotisch, sondern zeitgemäß. Man konnte förmlich spüren, wie sich die Vertreter dieser so unterschiedlichen musikalischen Traditionen aus purer Spielfreude die Bälle zuwarfen, und das bei größtem Respekt vor dem kulturellen Hintergrund des jeweils anderen.
Diese begeisternde Melange aus Weltmusik und Jazz war selbst für die durchaus experimentierfreudigen Honrather Konzerte eine gewissen Grenzüberschreitung, die aber sehr gut ankam. Die Musiker und ihre Leistungen wurden vom Publikum begeistert gefeiert.“
Kölner Stadt – Anzeiger, 30. Oktober 2019
ensemble 4.1
„Das „ensemble 4.1“ überzeugte bei seinem Gastspiel in Honrath. Es nennt sich das „einzige Piano Windtet der Welt“ in seiner Besetzung aus Klavier, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott und widmet sich Stücken, die für diese Kombination erstmals von Wolfgang Amadeus Mozart geschrieben wurden. „Überbordende Spielfreude“ bescheinigt Markus Peters dem Ensemble, dessen ein Ziel die Wiederentdeckung und Pflege zu Unrecht selten gespielter Komponisten ist“
Kölner Stadt – Anzeiger, 10. September 2019













