Drei Stradivaris, drei Zugaben – Ein ganz besonderes Konzert in Honrath

von Michael Cramer

Vielleicht hatten manche Zuhörer des letzten Konzertes in Honrath eine gewisse Polizei-Präsenz, denn es ging um drei sehr teure Instrumente aus der Werkstatt von Antonio Stradivari (1648-1737). Der Geigenbauer schuf in seinem Arbeitsleben in seiner Werkstatt im oberitalienischen Cremona etwa 1100 Instrumente, die sich durch einen exzellenten Klang und eine herausragende Schönheit auszeichnen. Sie sind sehr geschätzt und hoch gehandelt, viele haben einen richtigen Namen wie Lady Blunt, King George, Dolphin oder Kreutzer. Das spanische Königshaus besitzt ein ganzes Stradivari-Quartett.

Matthias Lingenfelder, früherer Primarius des Auryn-Quartetts hatte der künstlerischen Leiterin der Honrather Konzerte, Marita Cramer, dieses Konzert zusammen mit seinen Freunden, Esther Hoppe und Christian Poltèra, angeboten. Nach Honrath hatte das Quartett ohnehin einen sehr guten Draht, da es sämtliche Haydn-Streichquartette wegen der guten Akustik hier aufgenommen und auch mehrfach im Konzert gespielt hatte…

In die Klassiker-Musik von Joseph Haydn eingebettet mit seinem hübschen Divertimento Nr. 3 und der Arpeggione-Sonate erklang eine Sonate für Violine und Violoncello von Maurice Ravel, klanglich und musikalisch ein starker Kontrast zu Haydn. Auch die Sonate für 2 Violinen op. 56 von Sergej Prokofjew ist ein heftiges Stück Musik. Die beiden Musiker greifen nicht nur die turbulente Musikfülle beider Sonaten auf, sondern schärfen sie noch durch die fulminante Intensität ihres Spielens. Das zusammen mit der hohen Musikalität war einsame Klasse, erinnerte ein wenig an Gesang, aber ohne jegliche Schärfe…

Die sehr unterschiedlichen Stücke rissen die Zuhörer zu Begeisterungsstürmen hin. Wie schon erwähnt: drei Zugaben erklatschten die Konzertbesucher, schon eine sehr seltene Situation. Die Konzerte in Honrath haben ein sehr hohes Niveau, viele Profi-Musiker melden sich, um hier spielen zu können.   Im Peter-Lemmer-Haus wurden die Instrumente dann präsentiert, man durfte sie auch mal berühren. Aber nur ganz vorsichtig und unter den Augen der Besitzer, der aber nicht der Eigentümer ist. Denn die teuren Instrumente werden – gut versichert – oft von den Eigentümern an junge herausragende Musiker zur Verfügung gestellt.

Die ausführliche Rezension finden Sie unter www.kulturcram.de